Tumoren der weiblichen Organe
Krebserkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane gehören zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen überhaupt. Dabei machen insbesondere der Brustkrebs und der Gebärmutterkrebs die überwiegende Mehrheit der Diagnosen aus.
Frauenspezifische Krebserkrankungen können in allen Lebensphasen und in allen Bereichen der Geschlechtsorgane auftreten:
| Gebärmutter |
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| Eierstock, Eileiter |
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| Vulva, Vagina |
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Kontakt
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tumorzentrum@spital-limmattal.ch
Dank der grossen medizinischen Fortschritte der letzten Jahre sind mittlerweile ein beachtlicher Anteil der typisch weiblichen Krebserkrankungen heilbar oder wenigstens stabilisierbar.
Diagnostik
Die Vorabklärungen umfassen primär ein ausführliches Gespräch und eine entsprechende fachärztliche Untersuchung, oftmals mit spezifischer Blutanalyse (Tumormarker) und einer Gewebeentnahme (Biopsie). Danach folgen situationsabhängig Bildgebungen, weitere Gewebeentnahmen, Besprechung am interdisziplinären Tumorboard, Therapie gemäss Empfehlung (Operation, Bestrahlungs-, Chemo- oder Immuntherapie), weitere Besprechungen am Tumorboard sowie eine strukturierte Nachsorge.
Unser Behandlungsangebot
Bei allen Behandlungsformen richten wir die Therapie immer nach den neusten Richtlinien und dem aktuellsten Wissensstand der Medizin aus. Die individualisierten Behandlungen werden auf Grundlage der (Gesundheits-)Situation und der Wünsche der Patientinnen und Patienten soweit möglich massgeschneidert. Ein Einschluss in nationale sowie wie bei Bedarf auch internationale Studien, ist ebenfalls Teil unseres Angebots.
In der Frauenklinik bietet wir Ihnen bei einer Krebserkrankung eine individuelle Betreuung durch unser höchst erfahrenes und spezialisiertes Behandlungsteam mit persönlichen Ansprechpersonen für die Patientinnen und deren Angehörige. Insbesondere bei operativen Eingriffen stehen Ihnen zudem sehr erfahrene Fachärztinnen und -ärzte mit den Schwerpunkttiteln «Gynäkologische Senologie FMH» beziehungsweise «Gynäkologische Onkologie FMH» zur Seite.
Wir bieten eine umfassende Diagnostik aller Tumorerkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane: Ultraschall, Endo-Ultraschall, Probenentnahme (Biopsie), Mammografie, Computertomografie (CT), Magnetresonanz (MRI), Endoskopie. Weitergehende Untersuchungen, zum Beispiel Positronentomographie (PET), werden an einem unseren zahlreichen Partnerinstituten durchgeführt.
Pathologische Aufarbeitung inklusive Immun- und Molekularuntersuchungen
Besprechung am interdisziplinären Tumorboard
Die gemäss Tumorboard empfohlene Operation erfolgt insbesondere bei dem häufigen Gebärmutterschleimhaut-Krebs minimal-invasiv, das heisst, mittels sogenannter Schlüssellochtechnik (Laparoskopie), welche eine schonendere Operation und somit eine raschere Erholung ermöglicht. Auch die in unserer Frauenklinik etablierten Techniken wie die Wächterlymphknotenbiopsie (Sentinel-Lymphonodektomie) sind maximal schonend und entsprechend kaum mit Komplikationen behaftet. Bei Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses, der Ovarien, der Vulva und Vagina erfolgen die Operationen an unseren Partnerzentren. Die betroffenen Patientinnen werden vom gynäkologischen Onkologen des Spitals Limmattal begleitet und vor Ort operiert. Diese enge Zusammenarbeit ermöglicht es, dass perioperative Therapien (Therapien, die ergänzend zur Operation durchgeführt werden müssen) wohnortsnah im Spital Limmattal durchgeführt werden können.
Die medikamentöse Behandlung aller Tumorformen der weiblichen Geschlechtsorgane beinhaltet sowohl Chemotherapien, Hormontherapien, zielgerichtete Therapien als auch Immuntherapien, Checkpoint-Inhibitoren oder ADC (Antibody-Drug Conjugates; hochwirksame zielgerichtete Krebstherapien).
Topmoderne Bestrahlung inklusive spezieller Bestrahlungstechniken (CyberKnife, Brachytherapie). Die Abklärungen und Besprechungen durch die Strahlentherapeuten (Radioonkologen) erfolgt am Spital Limmattal, die Bestrahlung selbst wird, abhängig vom Wohnort der Patientinnen an einem der verschiedenenen Standorte der Hirslanden-Gruppe durchgeführt, um eine möglichst komfortable Therapie zu ermöglichen.
Interventionelle Therapie von Tumorerkrankungen durch endoskopische oder kathetertechnische Verfahren.
Genetische Beratung bei Tumorerkrankungen mit vererbbarer Komponente
Persönliche Betreuung durch Spezialistinnen und Spezialisten der Fachbereiche Psychoonkologie, Stoma- und Kontinenzberatung, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie sowie der Ernährungsberatung.
Sämtliche Nachkontrollen nach erfolgter Therapie einer Tumorerkrankung
Ihr Behandlungsablauf
- 1. Vorabklärungen (Staging)
- 2. Interdisziplinäres Tumorboard
- 3. Behandlung
- 4. Operation
- 5. Nachsorge
- 6. Unterstützende Disziplinen
1. Vorabklärungen (Staging)
Die Vorabklärungen dienen dazu, alle notwendigen Informationen über die Tumorerkrankung zu erhalten, um einen individuellen Behandlungsplan vorschlagen zu können. Hierbei wird der Tumor selber, dessen Ausbreitung, mögliche Ableger sowie der Gesundheitszustand der Patientinnen detailliert abgeklärt. Zu den Untersuchungsmethoden gehören sämtliche verfügbaren Endoskopietechniken (Spiegelungen), radiologische und nuklearmedizinische Methoden sowie die pathologische und immunologische Aufarbeitung von Gewebeproben.
Die Untersuchungen erfolgen innert möglichst kurzer Zeit, damit den Patientinnen rasch einen Terminvorschlag unterbreitet werden kann. Bei Tumoren der weiblichen Geschlechtsorgane ist dies in der Regel innert 2 Wochen möglich. Bei Patientinnen, welche teilweise bereits Vorabklärungen in einer Praxis hatten, werden alle Befunde an das Tumorzentrum Limmattal übermittelt.
2. Interdisziplinäres Tumorboard
Alle komplexen Fälle von Patientinnen und Patienten mit einer Krebserkrankung werden im Rahmen unseres interdisziplinären Tumorboards besprochen. Unsere Spezialistinnen und Spezialisten sind persönlich anwesend und die Resultate der Voruntersuchungen werden in die Präsentationen und Besprechungen miteinbezogen. Das Team entwickelt für jede Patientin einen individuellen Therapieplan, welcher sich an den aktuellsten internationalen Guidelines orientiert und die privaten und beruflichen Umstände sowie die individuellen Wünsche berücksichtigt. Nach der Besprechung werden die Patientinnen über den Therapievorschlag orientiert und die weiteren Termine zeitnah geplant.
3. Behandlung
Bei den meisten Krebserkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane wird eine modulare Behandlung vorgeschlagen. Diese kann die Module «Medikamentöse Therapie» (Chemotherapie, Immuntherapie, Hormontherapie), «Strahlentherapie» (äussere Bestrahlung, innere Bestrahlung = Brachytherapie), «Chirurgische Therapie» und «Interventionelle Therapie» umfassen. Je nach Ort und Typ der Erkrankung sowie den Lebensumständen der Patientinnen werden diese Module zeitlich koordiniert.
Unsere Behandlungsvorschläge orientieren sich an den neuesten Richtlinien und Studien. Es wird immer eine möglichst schonende Therapie angestrebt, sei es durch die entsprechende Wahl der Medikamente, Strahlentherapien oder minimal-invasiven Operationsmethoden. Bei bestimmten Krebsarten kann oftmals eine organerhaltende Therapie durchgeführt werden.
4. Operation
Bei den meisten Krebsarten der weiblichen Geschlechtsorgane stellt die Operation einen wichtigen Schritt in der Behandlungskette dar. Viele der Krebsoperationen führen wir im Spital Limmattal minimal-invasiv oder mithilfe weiterer möglichst schonender Techniken durch.
Für die Phase vor, während und nach der Operation gehen wir nach einem speziellen Programm vor, welches auf der Basis des Behandlungskonzepts ERAS® optimiert wurde. Dieses umfasst Massnahmen vor, während und nach der Operation, die zusammengenommen zu einer rascheren Erholung und einer tieferen Komplikationsrate führen. Zu den erwähnten Massnahmen gehören:
• eine optimale psychologische und medizinische Vorbereitung der Patientinnen auf die Narkose sowie den Eingriff
• eine möglichst schonende (minimal-invasive) Technik
• der Verzicht auf Drainagen oder deren frühzeitige Entfernung (nach Möglichkeit)
• eine optimale Schmerz- und Übelkeitstherapie
• die frühe Rehabilitation im Spital (Aufstehen und Bewegung unter Begleitung der Physiotherapie, rascher Nahrungsaufbau in Zusammenarbeit mit der Ernährungsberatung)
Zudem behandeln wir mit opiatfreier Anästhesie. Das heisst, wir verzichten grösstenteils auf morphinbasierte Medikamente, welche zu Übelkeit, Schläfrigkeit und einer langsameren Erholung führen können. Für eine optimale Schmerzbehandlung werden verschiedene Katheter- und lokale Anästhesietechniken sowie Schmerzmedikamente verwendet, die nicht auf Morphin basieren.
5. Nachsorge
Unter Nachsorge versteht man die Kontrollen nach einer Krebsbehandlung. In den meisten Fällen erfolgen diese bei uns im Tumorzentrum Limmattal – über mehrere Jahre hinweg, mit einer bestimmten Regelässigkeit sowie einem strukturierten Nachsorgeprogramm.
Bei Tumoren der weiblichen Geschlechtsorgane verlaufen diese Nachsorgeuntersuchungen je nach Tumorart unterschiedlich. Sie umfassen jedoch meistens regelmässige körperlichen Untersuchungen, teilweise Blutentnahmen oder eine Bildgebung und je nach Situation Probeentnahmen oder Endoskopien, gefolgt von einem Gespräch durch die nachsorgenden Onkologinnen oder Onkologen. Hierbei legen wir grossen Wert darauf, dass die Patientinnen immer die gleiche ärztliche Ansprechperson haben.
6. Unterstützende Disziplinen
Krebs ist eine sehr belastende Diagnose, welche nicht nur eine körperliche Krankheit ist, sondern die Patientinnen und ihr Umfeld auch mental stark belastet.
Am Tumorzentrum bieten wir betroffenen Frauen Unterstützung aus verschiedenen Fachgebieten an, unter anderem: Psychoonkologie, Ernährungsberatung, Physiotherapie, Sozialdienst oder Seelsorge.
Team Tumoren weiblicher Organe

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