Tumoren des Magen-Darm-Trakts

Gut- und bösartige Krebserkrankungen können bei allen Teilen des Darms auftreten und sind häufig. Bei frühzeitiger Therapie sind diese Tumoren in vielen Fällen heilbar.

Zum Magen-Darm-Trakt gehören die Speiseröhre, der Magen, der 12-Finger-, Dünn-, Dick- und Mast-/Enddarm, die Leber, die Bauchspeicheldrüse, die Gallenwege (inklusive Gallenblase) sowie die Nebenniere. Zudem kommen auch seltene Tumorformen der Muskulatur, des Fettgewebes oder anderer Gewebearten im Bauchraum vor. Tumoren der männlichen Geschlechtsorgane und weiblichen Geschlechtsorgane werden auf den entsprechenden Seiten erklärt: 

Eine Krebserkrankung kann in allen Teilen des Magen-Darm-Trakts entstehen:

Speiseröhre
  • Ösophaguskarzinom
Magen
  • Magenkarzinom
  • GIST (gastrointestinaler Stromatumor)
Dünndarm
  • Dünndarmkarzinom
Dickdarm
  • Kolonkarzinom
Mastdarm, Enddarm
  • Rektumkarzinom
Bauchspeicheldrüse
  • Pankreaskarzinom,
  • Neuro-endokrine Tumoren (NET)
Leber, Gallenwege
  • Hepatozelluläres Karzinom,
  • Cholangiokarzinom

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Dank der Fortschritte in der Medizin sind heute viele Krebserkrankungen im Magen-Darm-Trakt heilbar oder so behandelbar, dass eine deutliche Lebensverlängerung mit hoher Lebensqualität möglich ist.


Vorsorge
Oft verursachten diese Krebserkrankungen in einem frühen Stadium keine Beschwerden, weswegen ab dem 50. Lebensjahr Früherkennungsuntersuchungen empfohlen werden. Die Heilungschancen sind umso besser, je früher die Erkrankung erkannt wird.  Früherkennungsuntersuchungen im Tumorzentrum Limmattal können umfassen:

  • Magen- und Darmspiegelungen
  • Erweiterte gastroenterologische Abklärungen
  • Untersuchung von Proben und Blutwerten (Tumormarker)
  • Computertomografien (CT) und Magnetresonanzuntersuchungen (MRI)
  • Weitere radiologische oder nuklearmedizinische Untersuchungen (PET-CT)
  • Diagnostische Bauchspiegelungen
  • Weitere tumorspezifische Spezialuntersuchungen

Unser Behandlungsangebot


Individuelle Betreuung durch ein definiertes und spezialisiertes Behandlungsteam mit persönlichen Ansprechpartnern für Patientinnen und Patienten und ihre Angehörigen.

Vollständige Abklärung aller Tumorerkrankungen des Magen-Darm-Trakts durch Endoskopien, Ultraschall, Endo-Ultraschall, Probenentnahme (Biopsie), Computertomografie (CT) und Magnetresonanz (MRI) sowie weitergehende Untersuchungen – wie Positronen-Emissions-Tomografie (PET) – an unseren Partnerinstituten

Pathologische Aufarbeitung inklusive Immun- und Molekularuntersuchungen

Fall-Besprechungen am interdisziplinären Tumorboard

Operative Therapie von Tumoren des Magen-Darm-Trakts, wie unterer Teil der Speiseröhre, Magen, Dünn-, Dick- und Mastdarm, Nebenniere. Die Operation erfolgt in den meisten Fällen minimal-invasiv, das heisst, mit der Schlüssellochtechnik (Laparoskopie), welche eine schonendere Operation mit einer rascheren Erholung der Betroffenen ermöglicht. Bei Krebserkrankungen der Speiseröhre, der Leber, der Gallenwege und der Bauchspeicheldrüse sowie speziellen seltenen Tumoren der Weichteile erfolgen die Operationen an unseren Partnerzentren. Die enge Zusammenarbeit ermöglicht es Patientinnen und Patienten, dass die perioperative Therapien oder Behandlungen, die ergänzend zu der Operation erforderlich sind, wohnortsnah im Spital Limmattal durchgeführt werden können.

Die medikamentöse Behandlung aller Tumorformen des Magen-Darm-Trakts beinhaltet sowohl Chemotherapien, zielgerichtete Therapien, wie auch Immuntherapien/Checkpoint-Inhibitoren. Dabei wird die Therapie nach neusten Richtlinien und Publikationen ausgerichtet und massgeschneidert auf die aktuelle (Gesundheits-)Situation und den Patientenwunsch angepasst. Ein Einschluss in laufende Studien national sowie – in besonderen Fällen international – ist ebenfalls Teil unseres Angebots.

Topmoderne Bestrahlung inklusive spezieller Bestrahlungstechniken (Cyber Knife, Brachytherapie). Die Abklärungen und Besprechungen durch die Strahlentherapeuten (Radio-Onkologen) erfolgt am Spital Limmattal, die Bestrahlung selbst wird, abhängig vom Wohnort der Patientinnen oder Patienten, an einem der verschiedenenen Standorte der Hirslanden-Gruppe durchgeführt, um eine möglichst komfortable Therapie zu ermöglichen.

Interventionelle Therapie von Tumorerkrankungen durch endoskopische oder kathetertechnische Verfahren

Genetische Beratung bei Tumorerkrankungen, die eine vererbbare Komponente haben

Persönliche und individualisierte Betreuung durch unsere Spezialistinnen und Spezialisten verschiedener Fachbereiche, wie Psychoonkologie, Stoma- und Kontinenzberatung, Physiotherapie (inkl. Beckenbodentraining), Ergotherapie, Logopädie oder Ernährungsberatung

Sämtliche Nachkontrollen nach erfolgter Therapie einer Krebserkrankung

Ihr Behandlungsablauf

  • 1. Vorabklärungen (Staging)
  • 1. Vorabklärungen (Staging)

    Die Vorabklärungen dienen dazu, alle notwendigen Informationen über die Tumorerkrankung zu erhalten, um einen individuellen Behandlungsplan vorschlagen zu können. Hierbei wird der Tumor selber, dessen Ausbreitung, mögliche Ableger sowie der Gesundheitszustand der Patientinnen und Patienten detailliert abgeklärt. Zu den Untersuchungsmethoden gehören sämtliche verfügbaren Endoskopietechniken (Spiegelungen), radiologische und nukelarmedizinische Methoden sowie die pathologische und immunologische Aufarbeitung von Gewebeproben. 

    Die Vorabklärungen erfolgen innert möglichst kurzer Zeit, damit den Betroffenen rasch einen Terminvorschlag unterbreitet werden kann. Bei Tumoren des Magen-Darm-Trakts ist dies in der Regel innert 2 Wochen möglich. Bei Patientinnen und Patienten, welche teilweise bereits Vorabklärungen in einer Praxis hatten, werden alle Befunde an das Tumorzentrum Limmattal übermittelt.

  • 2. Interdisziplinäres Tumorboard
  • 2. Interdisziplinäres Tumorboard

    Alle komplexen Fälle von Patientinnen und Patienten mit einer Krebserkrankung werden im Rahmen unseres interdisziplinären Tumorboards besprochen. Dort sind jeweils alle Spezialistinnen und Spezialisten persönlich anwesend und die Resultate der Voruntersuchungen werden präsentiert. Das Team entwickelt für jede Patientin und für jeden Patienten einen Therapieplan, welcher die Krebserkrankung, die privaten und beruflichen Umstände sowie die individuellen Wünsche berücksichtigt. Innert 1-2 Tagen werden die Betroffenen über den Therapievorschlag orientiert und die weiteren Termine zeitnah geplant. 

  • 3. Behandlung
  • 3. Behandlung

    Bei den meisten Krebserkrankungen des Magen-Darm-Trakts wird eine modulare Behandlung vorgeschlagen. Diese umfasst die Module:

    • Medikamentöse Therapie (Chemotherapie, Immuntherapie, Hormontherapie)
    • Strahlentherapie (äussere Bestrahlung, innere Bestrahlung = Brachytherapie)
    • Chirurgische Therapie
    • Interventionelle Therapie

    Je nach Ort und Typ der Erkrankung und den Lebensumständen der Patientinnen und Patienten werden diese Module zeitlich koordiniert. 

    Die Behandlungsvorschläge orientieren sich an den neuesten Richtlinien und Studien. Es wird eine möglichst schonende Therapie angestrebt, sei es durch die entsprechende Wahl der Medikamente oder Strahlentherapie oder durch minimal-invasive Operationsmethoden. Bei bestimmten Krebsarten, wie beispielsweise Enddarmkrebs, wird nach Möglichkeit eine organerhaltende Therapie gewählt, bei der keine operative Entfernung des Enddarms notwendig ist.

  • 4. Operation
  • 4. Operation

    Bei den meisten Tumoren des Magen-Darm-Trakts stellt die Operation einen bedeutenden Schritt in der Behandlungskette dar. Die allermeisten Operationen bei Krebserkrankungen erfolgen am Spital Limmattal minimal-invasiv, das heisst, mit kleinen Schnitten. Teilweise setzen wir kombinierte minimal-invasive Operationsmethoden durch natürliche Zugänge (zum Beispiel via After) ein, um ein möglichst schonendes Vorgehen bei grösstmöglicher Sicherheit bezüglich der Tumoroperation zu gewährleisten.

    Für die Phase vor, während und nach der Operation gehen wir nach einem speziellen Programm vor, welches auf der Basis des Behandlungskonzepts ERAS® optimiert wurde. Dieses umfasst Massnahmen vor, während und nach der Operation, die zusammengenommen zu einer rascheren Erholung und einer tieferen Komplikationsrate führen. Zu den erwähnten Massnahmen gehören:

    •    eine optimale psychologische und medizinische Vorbereitung der Patientinnen auf die Narkose sowie den Eingriff
    •    eine möglichst schonende (minimal-invasive) Technik
    •    der Verzicht auf Drainagen oder deren frühzeitige Entfernung (nach Möglichkeit)
    •    eine optimale Schmerz- und Übelkeitstherapie 
    •    die frühe Rehabilitation im Spital (Aufstehen und Bewegung unter Begleitung der Physiotherapie, rascher Nahrungsaufbau in
          Zusammenarbeit mit der Ernährungsberatung)

    Zudem behandeln wir mit opiatfreier Anästhesie. Das heisst, wir verzichten grösstenteils auf morphinbasierte Medikamente, welche zu Übelkeit, Schläfrigkeit und einer langsameren Erholung führen können. Für eine optimale Schmerzbehandlung werden verschiedene Katheter- und lokale Anästhesietechniken sowie Schmerzmedikamente verwendet, die nicht auf Morphin basieren.

  • 5. Nachsorge
  • 5. Nachsorge

    Unter Nachsorge versteht man die Kontrollen nach einer Krebsbehandlung. In den meisten Fällen erfolgen diese bei uns am Tumorzentrum Limmattal, über 5 Jahre hinweg und mit einem strukturierten Nachsorgeprogramm. Für Tumoren des Magen-Darm-Trakts umfassen diese Nachsorgeuntersuchungen regelmässige körperliche Untersuchungen, Blutentnahmen, Endoskopien und Computertomografien oder Magnetresonanzuntersuchungen, jeweils gefolgt von einem Gespräch durch die nachsorgenden Onkologinnen und Onkologen. Hierbei legen wir grossen Wert darauf, dass Patientinnen und Patienten immer die gleiche ärztliche Ansprechperson haben.

  • 6. Unterstützende Disziplinen
  • 6. Unterstützende Disziplinen

    Krebs ist eine sehr belastende Diagnose, die nicht nur ein Organ befällt, sondern die Patientinnen und Patienten auch als Mensch stark belastet, sei es körperlich oder psychisch.

    Am Tumorzentrum bieten wir eine Vielzahl unterstützender Spezialistinnen und Spezialisten der Fachgebiete Psychoonkologie, Ernährungsberatung, Physiotherapie, Seelsorge, die Stoma- und Kontinenzberatung sowie der Sozialdienst.

Team Gastrointestinale Tumoren

Kontakt

Tumorzentrum Limmattal
Urdorferstrasse 100
8952 Schlieren

+41 44 733 22 48

+41 44 733 21 26


Telefonische Erreichbarkeit
Montag - Freitag  08.00 - 12.00 Uhr und 13.30 - 16.00 Uhr 

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Spital Limmattal
Urdorferstrasse 100
CH-8952 Schlieren

+41 44 733 11 11


Besuchszeiten
Besucher sind täglich von 13.30 bis 20.00 Uhr herzlich willkommen.

Für Eltern von Kindern und Angehörige schwerkranker Patienten gelten Ausnahmeregelungen.
Auf den Privat- und Halbprivatabteilungen können in Absprache mit dem Pflegepersonal individuelle Termine vereinbart werden Intensivpatienten können von ihren nächsten Angehörigen und Bezugspersonen, nach Absprache mit dem Pflegepersonal, auf der Intensivstation besucht werden.



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