Tumoren der Blase

Blasenkrebs zählt zu den urologischen Tumorerkrankungen und tritt überwiegend bei Menschen über 60 auf. Männer sowie Personen, die rauchen, sind deutlich häufiger betroffen. 

Blasentumoren entstehen in der Schleimhaut, welche die Innenseite der Harnblase auskleidet (Urothel) und heissen entsprechend Urothelkarzinome. Es gibt oberflächlich wachsende und infiltrierend wachsende (muskelinvasive) Tumoren sowie seltene Formen von Blasentumoren.

Je nach Aggressivität und Stadium stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.


Der einflussreichste Risikofaktor für die Entstehung eines Blasenkarzinoms ist das Rauchen. Weitere Risikofaktoren sind unter anderem langjährige Exposition gegenüber bestimmten chemischen Substanzen (Farbstoffe und Teerstoffe), chronische Entzündungen der Harnblase oder vorausgegangene Bestrahlungen im Beckenbereich.


Bei Blasenkrebs werden folgende Hauptformen unterschieden:

  • Nicht-muskelinvasives Blasenkarzinom (NMIBC)
    Tumor, der sich auf die Blasenschleimhaut oder das darunterliegende Bindegewebe begrenzt.     

  • Muskelinvasives Blasenkarzinom (MIBC)
    Tumor, der in die Blasenmuskulatur ein- oder darüber hinauswächst

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Das häufigste Symptom eines muskelinvasiven Tumors ist eine schmerzlose Blutbeimengung im Urin (schmerzlose Makrohämaturie). Weitere Beschwerden können häufiger Harndrang, Brennen beim Wasserlassen oder wiederkehrende Harnwegsinfekte sein. Manchmal verläuft ein Tumorwachstum auch symptomfrei.

Die Abklärung umfasst in der Regel eine körperliche Untersuchung, Urinanalysen, eine Ultraschalluntersuchung der Harnwege sowie eine Blasenspiegelung (Zystoskopie). Ergänzend erfolgen bildgebende Untersuchungen wie Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRI) zur Beurteilung der Tumorausdehnung. 

Entscheidend für die weiteren Schritte ist die feingewebliche Untersuchung (Histologie) des Tumorgewebes. Dieses wird im Rahmen einer transurethralen Operation (Eingriff «durch die Harnröhre») gewonnen.

Unser Behandlungsangebot

Individuelle Betreuung durch ein langjährig erfahrenes uro-onkologisches Behandlungsteam mit persönlichen Ansprechpartnern für Patientinnen, Patienten und Angehörige

Vollständige diagnostische Abklärung: Ultraschall, Zystoskopie, Laboranalysen sowie CT- oder MRI-Untersuchungen

Operative Therapie mittels transurethraler Resektion des Blasentumors (TUR-B) zur Gewebeentfernung zur Diagnosesicherung und Erstbehandlung: Wiederholungen sind manchmal notwendig. Bei fortgeschrittenen Tumoren kann eine radikale Entfernung der Harnblase (Zystektomie) mit Harnableitung erforderlich sein.

Pathologische Aufarbeitung des Tumorgewebes für die histologische Diagnose am Pathologischen Institut des Universitätsspitals Zürich: Sie bildet zusammen mit der radiologischen Umgebungsdiagnostik die Grundlage für die Beurteilung am interdisziplinären Tumorboard.

Medikamentöse Therapien einschliesslich intravesikaler Behandlungen (Immuntherapie mit BCG- oder Chemotherapie-Instillationen), systemischer Chemotherapie, Immuntherapie oder Antikörpertherapie nach aktuellen Leitlinien und individuell abgestimmt auf die jeweilige Situation

Strahlentherapie in ausgewählten Fällen, nach gemeinsamer Beurteilung am Tumorboard

Persönliche Betreuung durch Fachpersonen der Psychoonkologie, Physiotherapie, Ernährungsberatung, Stomatherapie und des Sozialdiensts

Strukturierte Nachsorge gemäss den aktuellen Leitlinien der europäischen Fachgesellschaften (European Association of Urology, EAU)

Ihr Behandlungsablauf

  • 1. Vorabklärungen (Staging)
  • 1. Vorabklärungen (Staging)

    Die Abklärungen dienen der genauen Einschätzung der Tumorgrösse und Lage sowie der Ausbreitung bezüglich möglicher Ableger (Metastasen). Alle notwendigen Untersuchungen werden im Spital Limmattal durchgeführt.

    Ein Ultraschall ist oftmals  die erste Untersuchung und gut zur Erkennung von räumlichen Veränderungen, die auf eine mögliche Turmorerkrankung hinweisen können.  Weiter können je nach Situation und Befund andere Diagnosemethoden hinzukommen:

    •    Computertomografie (CT) mit Kontrastmittel – Standarduntersuchung zur Beurteilung von Tumorgrösse, -ausdehnung und
          möglicher Metastasen
    •    Magnetresonanztomographie (MRT) – bei speziellen Fragestellungen oder Kontrastmittelunverträglichkeit
    •    Laboruntersuchungen, Urinzytologie (Krebszellennachweis im Urin)
    •    Biopsie – in ausgewählten Fällen zur Sicherung der Diagnose vor Therapiebeginn

  • 2. Interdisziplinäres Tumorboard
  • 2. Interdisziplinäres Tumorboard

    Alle Patientinnen und Patienten mit einem Blasentumor werden nach Vorliegen der relevanten Befunde im Rahmen unseres interdisziplinären Tumorboards besprochen. Unsere Spezialistinnen und Spezialisten der Urologie, Onkologie, Radioonkologie, Radiologie und Pathologie sind persönlich anwesend und erarbeiten gemeinsam einen individuellen Therapie- und Nachsorgeplan unter Berücksichtigung des Tumorstadiums, der Tumorgrösse, Tumorlage, allfälliger Begleiterkrankungen sowie der persönlichen Wünsche der Betroffenen. Nach der Besprechung werden die Patientinnen und Patienten über den Therapievorschlag orientiert und die weiteren Termine zeitnah geplant.

  • 3. Behandlung
  • 3. Behandlung

    Bei Krebserkrankungen der Blase wird eine systematische Stufenbehandlung vorgeschlagen vorgeschlagen. Diese können Wahlweise als Einzelbehandlung oder je nach Befund kombiniert eingesetzt werden:

    •  Operative transurethrale endoskopische Entfernung des Tumors mit histologischer Einstufung der lokalen Ausbreitung
    •  Interventionelle Therapie (Spülbehandlungen der Blase)
    •  Strahlenbehandlung in Kombination mit onkologischer Chemotherapie
    •  Systemische Chemotherapie
    •  Operative radikale Entfernung der Harnblase

    Je nach Ort und Typ der Erkrankung sowie den Lebensumständen der Patientinnen und Patienten werden diese Module zeitlich festgelegt und koordiniert. 

    Die Behandlungsvorschläge orientieren sich wie erwähnt an den neuesten Richtlinien und Studien.  Es wird immer eine möglichst schonende Therapie angestrebt, sei es durch die entsprechende Wahl der Medikamente oder Strahlentherapie oder durch minimal-invasive Operationsmethoden. Eine Kombination ist oftmals indiziert.

  • 4. Operation
  • 4. Operation

    Bei den meisten Blasentumoren stellt die Operation einen wichtigen Schritt dar. Der erste Eingriff ist immer eine minimalinvasive transurethrale durch die Harnröhre durchgeführte Operation. Je nach Gewebeuntersuchung und Empfehlung des Expertenboards werden weitere Therapieschritte oder eine Nachsorge folgen.

    Für die Phase vor, während und nach der Operation stehen uns Massnahmen zur Verfügung, die zu einer rascheren Erholung und einer tieferen Komplikationsrate führen. Zu den erwähnten Massnahmen gehören:

    •    eine optimale psychologische und medizinische Vorbereitung der Patientinnen auf die Narkose sowie den Eingriff
    •    eine möglichst schonende (minimal-invasive) Technik
    •    der Verzicht auf Drainagen oder deren frühzeitige Entfernung (nach Möglichkeit)
    •    eine optimale Schmerz- und Übelkeitstherapie 
    •    die frühe Rehabilitation im Spital (Aufstehen und Bewegung unter Begleitung der Physiotherapie, rascher Nahrungsaufbau
          in Zusammenarbeit mit unserer Ernährungsberatung)

  • 5. Nachsorge
  • 5. Nachsorge

    Nach der Behandlung sind regelmässige Nachsorgeuntersuchungen wichtig, um ein eventuelles Wiederauftreten der Erkrankung frühzeitig zu erkennen. Die Nachsorge wird strukturiert und gemäss den aktuellen Leitlinien der europäischen Fachgesellschaften (European Association of Urology, EAU) durchgeführt. Sie umfasst im Wesentlichen:

    •  Klinische Nachsorge
    •  spezielle Urintests (Zytologie)
    •  Ultraschall
    •  Blasenspiegelung
    •  CT oder MRI in definierten Intervallen

  • 6. Unterstützende Disziplinen
  • 6. Unterstützende Disziplinen

    Eine Krebsdiagnose belastet nicht nur ein Organ, sondern betrifft den Menschen in seiner Gesamtheit, körperlich und psychisch. Am Tumorzentrum bieten wir Ihnen deshalb eine umfassende Unterstützung aus verschienden Fachgebieten an, wie zum Beispiel der Psychoonkologie, Ernährungsberatung, Physiotherapie, Stomatherapie, Sozialdienst oder Seelsorge, um die bestmögliche Lebensqualität während und nach der Behandlung zu gewährleisten.

Team Tumoren der Nieren & Blase

Kontakt

Tumorzentrum Limmattal
Urdorferstrasse 100
8952 Schlieren

+41 44 733 22 48

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Montag - Freitag  08.00 - 12.00 Uhr und 13.30 - 16.00 Uhr 

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Besuchszeiten
Besucher sind täglich von 13.30 bis 20.00 Uhr herzlich willkommen.

Für Eltern von Kindern und Angehörige schwerkranker Patienten gelten Ausnahmeregelungen.
Auf den Privat- und Halbprivatabteilungen können in Absprache mit dem Pflegepersonal individuelle Termine vereinbart werden Intensivpatienten können von ihren nächsten Angehörigen und Bezugspersonen, nach Absprache mit dem Pflegepersonal, auf der Intensivstation besucht werden.



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