Peniskrebs
Peniskrebs (Peniskarzinom) ist eine seltene Krebserkrankung des männlichen Geschlechtsteils. Er entsteht in der oberflächlichen Hautschicht des Organs.
In Europa ist Peniskrebs sehr selten (etwa 1 Fall pro 100'000 Männer pro Jahr), in anderen Regionen der Welt kommt er häufiger vor. Meist erkranken Männer ab etwa 50 Jahren daran, Peniskarzinome können aber auch bei jüngeren Personen auftreten.
In über 95 Prozent der Fälle handelt es sich um ein Plattenepithelkarzinom, dessen Ausgangspunkt die Eichel oder die Vorhaut ist. Auch gutartige Tumoren und Krebsvorstufen (Erythroplasia Queyrat, Buschke-Löwenstein-Tumor) sind möglich.
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Ursachen und Risikofaktoren
Eine wichtige Rolle spielt das Humane Papillomavirus (HPV): Etwa jeder zweite Peniskrebs ist HPV‑assoziiert. HPV ist ein sehr häufiges Virus, das vor allem beim Geschlechtsverkehr übertragen wird. Weitere Risikofaktoren für Peniskrebs sind:
- Vorhautverengung (Phimose) und chronische Entzündungen des Penis
- Rauchen
- Chronische, wahrscheinlich auto-immune Hautentzündung der Genitalhaut (Lichen sclerosus)
- Unzureichende Genitalhygiene
Warnzeichen und Symptome
Mögliche Anzeichen eines Peniskarzinoms sind:
- Anhaltende, nicht heilende Rötungen oder Verhärtungen
- Knoten, Geschwüre oder Gewächse an Eichel oder Vorhaut
- Blutungen, Schmerzen oder übelriechender Ausfluss unter der Vorhaut
Solche Veränderungen haben oft harmlose Ursachen, sollten aber immer urologisch abgeklärt werden – vor allem, wenn sie länger als einige Wochen bestehen.
Unser Behandlungsangebot
Individuelle Betreuung durch ein langjährig erfahrenes uro-onkologisches Behandlungsteam mit persönlichen Ansprechpartnern für Patienten und Angehörige.
Vollständige diagnostische Abklärung inklusive Ultraschall, Laboranalysen, Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRI). Spezielle andrologische Betreuung und Sexualberatung wird angeboten.
Operative Therapie mittels Exzision des Tumors, LASER-Ablation, Glansektomie (Entfernung der erkrankten Eichel mit plastischer Rekonstruktion), Penisteilresektion oder Penektomie können geegnete Massnahmen sein. In gewissen Fällen ist die Entfernung der Lymphknoten in der Leistengegend ein bedeutender Schritt zur Genesung.
Bestimmung der genauen Beschaffenheit des Tumors für die histologische Diagnose am Pathologischen Institut des Universitätsspitals Zürich
Pathologische Aufarbeitung des Tumorgewebes sowie bildgebende Diagnostik als Grundlage für die Besprechung an der interdisziplinären Tumorkonferenz
Medikamentöse Therapie mit Chemotherapie nach standardisierten Protokollen, individuell abgestimmt auf die Situation der Patientinnen und Patienten, auf Grundlage aktueller medizinischer und wissenschaftlicher Leitlinien und Vorgaben durch die Onkologie.
Strahlentherapie in ausgewählten Situationen, nach gemeinsamer Beurteilung in der Tumorkonferenz; Durchführung der Bestrahlung in Zusammenarbeit mit dem Radioonkolgischen Zentrum Hirslanden.
Persönliche Betreuung durch Fachpersonen der Psychoonkologie, Sexualtherapie und andrologische Therapie
Strukturierte Nachsorge gemäss den aktuellen Leitlinien der europäischen Fachgesellschaften (European Association of Urology, EAU)
Ihr Behandlungsablauf
- 1. Vorabklärungen (Staging)
- 2. Interdisziplinäres Tumorboard
- 3. Behandlung
- 4. Nachsorge
- 5. Unterstützende Disziplinen
1. Vorabklärungen (Staging)
Diagnose und Abklärungen
• Gründliche körperliche Untersuchung von Penis und Leisten (Ertasten der Lymphknoten)
• Gewebeprobe (Biopsie): Probe der auffälligen Stelle zur feingeweblichen Untersuchung
• Bildgebung, um die Ausdehnung des Tumors und mögliche Lymphknotenmetastasen zu beurteilen (Ultraschall, MRI oder CT, je nach Situation)
Die histologische Untersuchung des Biopsie-Materials oder des entfernten Tumors am Pathologischen Institut des Universitätsspitals Zürich ist zusammen mit den Informationen der Bildgebung die Grundlage zur Besprechung der weiteren Therapieschritte am interdisziplinären Tumorboard.
Prognose
Wird der Peniskrebs frühzeitig erkannt und ist der Tumor lokal begrenzt, liegt die Fünf-Jahre‑Überlebensrate bei über 80 Prozent.
2. Interdisziplinäres Tumorboard
Alle Patienten mit einem diagnostizierten Peniskrebs werden an unserem interdisziplinären Tumorboard besprochen. Unsere Spezialistinnen und Spezialisten sind persönlich anwesend und alle Resultate der Voruntersuchungen werden präsentiert und miteinbezogen. Das Team entwickelt für jeden Patienten einen individuellen Therapieplan, welcher die Krebserkrankung, die privaten und beruflichen Umstände sowie seine Wünsche berücksichtigt. Die Patienten werden über den Therapievorschlag orientiert und die weiteren Schritte gemeinsam geplant.
3. Behandlung
Ziel der Therapie ist die vollständige Entfernung des Peniskarzinoms bei möglichst gutem Erhalt der Funktion und dem Aussehen des Penis. Frühe Stadien können häufig organerhaltend behandelt werden, zum Beispiel durch:
• lokale Therapien (zum Beispiel Crèmes oder Lasertherapien bei Vorstufen)
• kleine Operationen zur Entfernung der Veränderung oder der Vorhaut
Bei weiter fortgeschrittenem Peniskrebs können grössere Eingriffe bis hin zu einer Teilentfernung oder – selten – einer vollständigen Entfernung des Penis notwendig sein. Sind Lymphknoten in der Leiste betroffen, werden sie in der Regel operativ entfernt und histologisch untersucht. Sind aufgrund der Diagnose der Lymphknoten weitere Behandlungen angezeigt, können diese die Heilungschancen deutlich verbessern.
Bei fortgeschrittener Erkrankung mit ausgedehntem Lymphknotenbefall oder Fernmetastasen kommen zusätzlich systemische Therapien wie Chemotherapie, Strahlentherapie und – in ausgewählten Fällen – moderne Immun‑ oder zielgerichtete Therapien zum Einsatz.
4. Nachsorge
Die Nachsorge umfasst regelmässige Kontrollen nach Abschluss der Krebsbehandlung, um ein allfälliges Wiederauftreten der Erkrankung frühzeitig zu erkennen sowie Funktion und Lebensqualität zu überwachen.
5. Unterstützende Disziplinen
Eine Krebsdiagnose belastet nicht nur ein Organ, sondern betrifft den Menschen in seiner Gesamtheit, körperlich und psychisch und beeinflusst die Sexualität und Partnerschaft.
Im Tumorzentrum legen wir grossen Wert auf moderne Behandlungskonzepte und bieten umfassende Unterstützung, unter anderem in den Bereichen:
• Erhalt von Sexualfunktion und Kontinenz
• Behandlung von Lymphödemen (Schwellungen)
• Psychologische Beratung
• Sexualmedizinische Begleitung
Dank der individuellen Betreuung durch unser überaus erfahrenes, interdisziplinäres Team können wir die bestmögliche Lebensqualität während und nach der Behandlung gewährleisten.
Team Tumoren männlicher Organe

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