Hodenkrebs

Bei Männern zwischen 15 und 40 Jahren ist Hodenkrebs die häufigste bösartige Tumorerkrankung. In den meisten Fällen bestehen gute Heilungschancen.

In der Regel entstehen Hodentumoren aus den Keimzellen des Hodens heraus – also aus jenen Zellen, aus denen normalerweise Spermien gebildet werden. Bereits in der embryonalen Entwicklung können einzelne dieser Zellen fehlerhaft angelegt sein und bilden eine sogenannte Vorläuferläsion (Germ Cell Neoplasia in Situ, GCNIS), die jahrelang unbemerkt im Hodengewebe verbleibt.

Mit Beginn der Pubertät und unter dem Einfluss der körpereigenen Hormone können diese veränderten Zellen zu einem bösartigen Tumor heranwachsen. Seltener entstehen Hodentumoren aus anderen Zellen des Hodens (Leydig- oder Sertoli-Zell-Tumoren).

Begünstigende Faktoren für die Entwicklung von Hodenkrebs sind ein Hodenhochstand in der Kindheit (Maldescensus testis), eine familiäre Vorbelastung sowie eine eingeschränkte Spermienproduktion (Subfertilität). Verletzungen, eine Sterilisation (Vasektomie) oder die sexuelle Aktivität spielen in der Entstehung von Hodenkrebs hingegen keine Rolle. 

Bei Hodenkrebs werden folgende Hauptformen unterschieden:

Seminome
  • Altersgipfel 35. bis 45. Lebensjahr
Nicht-Seminomen
  • Altersgipfel 20. bis 30. Lebensjahr

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Diagnose
Hodenkrebs zählt zu den Krebserkrankungen mit den höchsten Heilungsraten. Bei frühzeitiger Diagnose liegen die Heilungsraten bei über 95 Prozent, auch in fortgeschrittenen Stadien sind die Prognosen sehr gut.
Die Abklärung umfasst in der Regel die körperliche Untersuchung, den Ultraschall des Hodens (Hodensonografie), die Bestimmung der Tumormarker im Blut (AFP, β-HCG, LDH) sowie eine Computertomografie (CT) von Brust- und Bauchraum zur Ausbreitungsdiagnostik. Die endgültige Diagnose erfolgt histologisch nach operativer Entfernung des Hodens (inguinale Orchiektomie).

Unser Behandlungsangebot

Individuelle Betreuung durch ein langjährig erfahrenes uro-onkologisches Behandlungsteam mit persönlichen Ansprechpartnern für Patientinnen, Patienten und Angehörige

Vollständige diagnostische Abklärung inklusive Ultraschall, Laboranalysen, Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRI). Spezielle andrologische Betreuung und Fertilitätsberatung durch das Andrologie-Zentrum der Uroviva

Operative Therapie mittels radikaler inguinaler Orchiektomie via Leistenschnitt (gegebenenfalls mit Einlage einer Hodenprothese): Entfernung des betroffenen Hodens mit Samenstrang über Schnitt in der Leistengegend, in seltenen Fällen Entfernung von betroffenen Lymphknoten im hinteren Bauchraum (retroperitoneale Lymphadenektomie, RPLND)

Bestimmung der genauen Beschaffenheit des Tumors für die histologische Diagnose am Pathologischen Institut des Universitätsspitals Zürich

Pathologische Aufarbeitung des Tumorgewebes sowie bildgebende Diagnostik als Grundlage für die Besprechung am interdisziplinären Tumorboard

Medikamentöse Therapie mit Chemotherapie nach standardisierten Protokollen, individuell abgestimmt auf die Situation der Patientinnen und Patienten und auf der Grundlage aktueller medizinischer und wissenschaftlicher Leitlinien und Vorgaben

Strahlentherapie in ausgewählten Situationen und nach gemeinsamer Beurteilung am Tumorboard; Durchführung der Bestrahlung in Zusammenarbeit mit dem Radioonkolgischen Zentrum Hirslanden

Persönliche Betreuung durch Fachpersonen der Psychoonkologie, Psychotherapie, Sexualtherapie, andrologische Therapie und des Sozialdiensts

Strukturierte Nachsorge gemäss den aktuellen Leitlinien der europäischen Fachgesellschaften (European Association of Urology, EAU)

Ihr Behandlungsablauf

  • 1. Vorabklärungen (Staging)
  • 1. Vorabklärungen (Staging)

    Die Diagnose wir meistens in der urologischen Sprechstunde auf Basis der klinischen Untersuchung und der Ultraschalluntersuchung gestellt. Umfangreiche Abklärungen dienen dazu, alle für die Behandlungsplanung notwendigen Informationen zu erheben. Untersucht werden der Tumor selbst, seine Ausdehnung, mögliche Ableger sowie der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten. Neben der Gewebeuntersuchung werden die Bestimmung der Tumormarker im Blut (AFP, β-HCG, LDH) sowie eine Bildgebung des Brust- und Bauchraums eingesetzt. Befunde von externen Arztpraxen können direkt ans Tumorzentrum Limmattal übermittelt werden.

  • 2. Interdisziplinäres Tumorboard
  • 2. Interdisziplinäres Tumorboard

    Alle Patienten mit diagnostiziertem Hodenkrebs werden nach Erhebung der relevanten Befunde an unserem interdisziplinären Tumorboard besprochen. Unsere Spezialistinnen und Spezialisten der Urologie, Onkologie, Radioonkologie, Radiologie und Pathologie sind persönlich anwesend und erarbeiten gemeinsam einen individuellen Therapie- und Nachsorgeplan unter Berücksichtigung des Tumorstadiums, der Begleiterkrankungen und der persönlichen Wünsche der Betroffenen. Die Patienten werden zeitnah über den Therapievorschlag in Kenntnis gesetzt und die weiteren Schritte und Termine gemeinsam koordiniert.

  • 3. Behandlung
  • 3. Behandlung

    Abhängig von Tumorart und Krankheitsstadium folgt nach der Operation eine der folgenden Strategien: 
    •    Aktive Überwachung (Surveillance) mit engmaschigen Nachkontrollen
    •    Chemotherapie (zum Beispiel eine einmalige Carboplatin-Gabe oder in fortgeschrittenen Stadien nach sogenanntem BEP-Schema)
    •    Strahlentherapie in ausgewählten Situationen
    •    Ergänzende operative Lymphknotenentfernung

    In frühen Stadien ist nach der Hodenentfernung häufig keine weitere Therapie erforderlich. Eine engmaschige Überwachung genügt und stellt die schonendste Art der Krebsbehandlung dar. In fortgeschrittenen Stadien werden die einzelnen Therapie-Module befundabhängig kombiniert.

    Fertilitätserhalt (Erhaltung der Fruchtbarkeit)
    Da Hodenkrebs häufig jüngere Männer im fortpflanzungsfähigen Alter betrifft, ist die Beratung zum Erhalt der Fruchtbarkeit ein fester Bestandteil der Behandlung. Bereits vor der Operation – und in jedem Fall vor einer Chemo- oder Strahlentherapie – besprechen wir die Möglichkeit einer Spermienkonservierung (Kryokonservierung). Diese kann bei einem unserer Partnerinstitute durchgeführt werden. Generell gilt, dass der verbleibende Hoden nach der Operation in den meisten Fällen weiterhin ausreichend Testosteron produziert, sodass die Hormonfunktion erhalten bleibt.

  • 4. Operation
  • 4. Operation

    Bei Hodentumoren wird generell eine zeitnahe operative Versorgung angestrebt. In der Regel kann die Operation innerhalb weniger Tage nach Diagnosestellung erfolgen.


    Der wichtigste Behandlungsschritt ist die operative Entfernung des betroffenen Hodens über einen Leistenschnitt (inguinale Orchiektomie). Der Zugang erfolgt grundsätzlich über die Leiste. Ein Zugang über den Hodensack wird bei Tumorverdacht vermieden, um eine Verschleppung von Tumorzellen in andere Lymphabflussgebiete zu verhindern. Auf Wunsch wird im selben Eingriff eine Hodenprothese implantiert.

    In besonderen Fällen – beispielsweise bei kleinen Tumoren oder Einzelhoden – ist eine organerhaltende, partielle Orchiektomie möglich. Diese Entscheidung kann oftmals erst während der Operation gefällt werden. Bei Metastasen kann eine Lymphknotenentfernung im Bauchraum (retroperitoneale Lymphadenektomie, RPLND) notwendig werden. Dieser Eingriff erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.

  • 5. Nachsorge
  • 5. Nachsorge

    Die Nachsorge umfasst regelmässige Kontrollen nach Abschluss der Krebsbehandlung. Bei Hodentumoren erstreckt sich diese strukturiert über 5 bis 10 Jahre hinweg. Sie beinhaltet körperliche Untersuchungen, Bestimmungen der Tumormarker, Ultraschall des verbleibenden Hodens sowie regelmässige Computertomografien oder Magnetresonanzuntersuchungen, jeweils gefolgt von einem ärztlichen Gespräch. Im Zeichen einer grösstmöglichen personellen Kontinuität für den Patienten erfolgt die Nachsorge möglichst durchgehend bei derselben Ansprechperson.

  • 6. Unterstützende Disziplinen
  • 6. Unterstützende Disziplinen

    Eine Krebsdiagnose belastet nicht nur ein Organ, sondern betrifft den Menschen in seiner Gesamtheit, körperlich und psychisch. Das Tumorzentrum bietet deshalb eine umfassende Unterstützung durch Psychoonkologie, Ernährungsberatung, Physiotherapie, Sexualberatung, Sozialdienst und Seelsorge an, um die bestmögliche Lebensqualität während und nach der Behandlung zu gewährleisten.

Team Tumoren männlicher Organe

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Urdorferstrasse 100
8952 Schlieren

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Montag - Freitag  08.00 - 12.00 Uhr und 13.30 - 16.00 Uhr 

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Besucher sind täglich von 13.30 bis 20.00 Uhr herzlich willkommen.

Für Eltern von Kindern und Angehörige schwerkranker Patienten gelten Ausnahmeregelungen.
Auf den Privat- und Halbprivatabteilungen können in Absprache mit dem Pflegepersonal individuelle Termine vereinbart werden Intensivpatienten können von ihren nächsten Angehörigen und Bezugspersonen, nach Absprache mit dem Pflegepersonal, auf der Intensivstation besucht werden.



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