Ratgeber| 29.05.2026

Leben mit Stoma

Sieht oder riecht man ein Stoma? Kann man mit einem Stoma am Alltag teilnehmen und sich frei bewegen oder gibt es Einschränkungen? Sind Patientinnen und Patienten mit einem Stoma auf lebenslange Unterstützungen angewiesen und somit für immer abhängig?

None
von Dr. med. Daniel Stimpfle, Gaby Niederer, Nadine Müller

Der künstliche Darmausgang (Stoma), wie er nach dem griechischen Begriff für «Öffnung» genannt wird, ist eine Bereich der Bauchchirurgie, welcher mit diversen Vorbehalten und Vorurteilen behaftet ist.

Stomaberatung im LIMMI
Wir informieren Sie und wir begleiten Sie im Zusammenhang mit diesem noch immer mit viel Scham und Tabu behafteten Thema, um Ängste und Vorurteile abzubauen. Tatsächlich leben viele Menschen problemlos mit einem Stoma, ohne Einschränkung im Alltag und ohne, dass die Umgebung davon etwas bemerken würde.

Welche Arten von Stoma gibt es?
Wir unterscheiden grob gesagt den künstlichen Darmausgang vom Urostoma, also dem künstlich erschaffenen Ausgang im Rahmen einer operativen Entfernung der Harnblase. Die Stomata des Verdauungstrakts wiederum können je nach Herkunft in Dünn- oder Dickdarmstoma eingeteilt werden. Hierbei gibt es dann weitere Unterkategorien, je nachdem wie das Stoma angelegt wurde. Im Spital Limmattal begleiten wir Sie für alle Formen von Stomata.

Wer braucht einen künstlichen Darmausgang?
Ein Stoma kann notwendig werden, wenn ein Abschnitt des Dick- oder Dünndarms entfernt werden muss und die Verbindung des neu entstandenen Darmverlaufs nicht mehr möglich ist oder zu riskant wäre. Dies kann entweder im notfallmässigen Setting oder auch elektiv, also bei einer geplanten Operation, erfolgen. Typische operative Eingriffe hierfür erfolgen im Rahmen von komplexen Krebserkrankungen oder bei schweren Entzündungen im Bauchraum.

Aufgrund des demografischen Wandels in der Bevölkerung – mit zunehmend älteren Patientinnen und Patienten oder polymorbiden Menschen – steigt auch die Notwendigkeit und Anzahl der angelegten Stomata.

Wie funktioniert der künstliche Darmausgang?
Bei einem Dünn- oder Dickdarmstoma wird der zuführende Darmabschnitt über eine künstliche Öffnung an der Bauchhaut ausgeleitet. Die Schleimhaut des Darms kommt so direkt an die Hautoberfläche. Über eine kreisrunde Öffnung von wenigen Zentimetern Durchmesser entweicht der Darminhalt direkt nach aussen.

Mit einem gut fixierten und dicht abgeklebten Kollektor, dem sogenannten Stomabeutel, wird der auszuscheidende Inhalt gesammelt. Der Stomabeutel kann von der Patientin oder dem Patienten nach Bedarf und Füllmenge selbständig entleert werden. Da entgegen dem natürlichen Darmverlauf beim Stoma kein Schliessmuskel vorhanden ist, entleert sich der künstliche Darmausgang unwillkürlich und abhängig von der Fördermenge in den Stomabeutel.

Bleibt ein Stoma für immer?
Es gibt Stomata, welche tatsächlich dafür vorgesehen sind, für immer zu bleiben. Hierbei handelt es sich vor allem um Situationen, in denen die anatomische Gegebenheit oder eine entsprechende Grunderkrankung eine Wiederherstellung der Darmkontinuität verunmöglichen.

Die Mehrheit aller Stomata jedoch ist nur für einen vorübergehenden Zeitraum angedacht und kann nach einer gewissen Zeit und einem weiteren operativen Schritt «rückverlegt» werden. Bemerkenswert istdabei, dass jedoch nicht wenige Patientinnen und Patienten von einer solchen Rückverlegung absehen, weil sie sich an ihr Stoma gewöhnt und damit eine gute Lebensqualität haben.

Welche Unterstützungen gibt es für Patientinnen und Patienten mit Stoma?
Mit einem Stoma zu leben, bedeutet für alle Betroffenen eine Umstellung in diversen Lebensbereichen. Wir begleiten Sie und Ihre Angehörigen in diesem Prozess, vor und nach der Operation. Unsere ausgewiesenen Stoma-Fachspezialistinnen und -spezialisten verfügen über jahrelange Erfahrung und viel Fachwissen im Umgang mit Stomata.

Wir beraten Sie in der Stomapflege, dem Wechsel des Beutels, der Kontrolle der Fördermenge und bei weiteren individuellen Fragen zur Anwendung. Auch ausserhalb des Spitals stehen wir in engem Kontakt mit speziell hierfür geschultem Spitex-Personal, welches Sie im Bedarfsfall auch in der häuslichen Umgebung unterstützt.

In der viszeralchirurgischen Sprechstunde steht Ihnen zudem die Möglichkeit offen, technisch-operative Fragen zu klären, eine Experten-Zweitmeinung einzuholen oder den operativen Ablauf zu besprechen.

Dieser Artikel wurde am 04. Mai 2026 in der Limmattaler Zeitung publiziert.

Autoren
Dr. med. Daniel Stimpfle
Stv. Leitender Arzt Klinik für
Allgemein-,Gefäss- & Viszeralchirurgie

Gaby Niederer
Stomatherapeutin

Nadine Müller
Stomatherapeutin

Spital Limmattal
Urdorferstrasse 100
8952 Schlieren


+41 44 733 21 77

Weitere Blogs mit ähnlichen Themen

Kontakt


Spital Limmattal
Urdorferstrasse 100
CH-8952 Schlieren

+41 44 733 11 11


Besuchszeiten
Besucher sind täglich von 13.30 bis 20.00 Uhr herzlich willkommen.

Für Eltern von Kindern und Angehörige schwerkranker Patienten gelten Ausnahmeregelungen.
Auf den Privat- und Halbprivatabteilungen können in Absprache mit dem Pflegepersonal individuelle Termine vereinbart werden Intensivpatienten können von ihren nächsten Angehörigen und Bezugspersonen, nach Absprache mit dem Pflegepersonal, auf der Intensivstation besucht werden.



Kontaktformular

* Diese Angaben benötigen wir, um Ihre Anfrage beantworten zu können. Ihre Daten werden nur zu diesem Zweck verarbeitet und nicht an Dritte weitergegeben.

Mit dem Absenden meiner Nachricht erkläre ich, dass ich mit der Speicherung meiner Daten einverstanden bin.

Weitere Informationen über die Möglichkeiten zur Berechtigung, Löschung und Sperrung Ihrer Daten finden Sie in der Datenschutzerklärung .