Gonarthrose

Die Gonarthrose ist ein häufiges Knie-Leiden. Erfahren Sie mehr über Symptome sowie Behandlungs- und Rehabilitations-Möglichkeiten.

Volkskrankheit: Gelenkschmerzen

Allein in der Schweiz leiden über 600’000 Menschen unter Arthroseschmerzen. Vielfach tritt die Gelenkerkrankung an Finger-, Daumensattel-, Knie-, Hüft- und Zwischenwirbelgelenken auf. Doch die Folgen des Gelenkverschleisses müssen Betroffene nicht einfach hinnehmen. Verschiedene Therapiemethoden versprechen Linderung.

Als Gonarthrose (oder auch Knie-Arthrose) wird eine Arthrose im Bereich des Kniegelenks bezeichnet. Es handelt sich dabei um die häufigste Erkrankung des Kniegelenks, die durch einen Verschleiss des Gelenkknorpels entsteht. Unsere Kniespezialisten sind Experten auf Ihrem Gebiet und unterstützen Sie von Beginn weg bei Diagnose und Behandlung.

Was ist eine Gonarthrose?

Oft wird der Knorpelverschleiss bei der Gonarthrose durch einen vorangehenden kleinen Knorpelschaden ausgelöst. Er kann ausserdem durch hohe einseitige Belastungen entstehen, die beispielsweise in bestimmten Berufsgruppen oder Leistungssportlern auftreten. Der Verschleissprozess setzt sich unaufhaltsam fort, in der Folge entzündet und verformt sich das Kniegelenk. Ferner bildet die genetische Veranlagung zu Beinfehlstellungen oder einer geringeren "Knorpelqualität" ein erhöhtes Risiko zur Ausprägung der Erkrankung.

Während beispielsweise bei ausgeprägten X-Beinen die einseitige Fehlbelastung vor allem die Knieaussenseite betrifft, wird bei der O-Bein-Fehlstellung die Kniegelenk-Innenseite mehr beansprucht. Beide Formen begünstigen einen übermässigen Knorpelverschleiss.

Die erwähnten Fehstellungen sind natürlich nicht immer genetisch vorbestimmt, sie können zum Beispiel auch auf das falsche Zusammenwachsen nach einem Knochenbruch zurückzuführen sein.

Bei weit fortgeschrittener Gonarthrose mit massiv angegriffenen Gelenkknorpeln erzielen konservative Behandlungsmethoden oftmals nicht das erwünschte Ergebnis. In solchen Fällen bietet ein künstliches Kniegelenk die Chance für ein beschwerdefreies Leben.

Welche Symptome treten bei einer Gonarthrose auf?

Die Gonarthrose macht sich anhand verschiedener Beschwerden bemerkbar. Anfangs ist der Schmerz erst nach einer längerer Belastung oder beim "Anlaufen" nach einer längeren Ruhestellung zu spüren. In späteren Stadien tritt der Schmerz dann bei einfachen Bewegungen oder sogar im Ruhezustand auf. Häufig kommt eine Gelenksteife hinzu, sodass die Fähigkeit zur vollständigen Streckung oder Beugung verloren geht. Dies ist ein Hinweis auf eine bereits fortgeschrittene Schädigung.

Weitere typische Symptome sind Schwellungen, Muskelverspannungen, das Gefühl von Instabilität und Gelenkknirschen.

Wie diagnostiziert man eine Gonarthrose?

Die klinischen Symptome sind vielfältig und können während der Untersuchung zum Teil unmittelbar erkannt werden. Abgesichert wird die Diagnose durch gezielte Röntgenaufnahmen. Anhand des Bildmaterials kann der Schweregrad der Kniegelenksschädigung bestimmt werden. Eine ergänzende Magnetresonanztomografie (MRI) gibt Aufschluss über den Zustand der Muskeln, Bänder, Sehnen und der Gelenkflüssigkeit.

Wie sieht eine konservative Therapie bei einer Gonarthrose aus?

Die konservative Therapie führen wir im Spital Limmattal mit dem Ziel durch, die akuten Schmerzen im Kniegelenk langfristig zu lindern und den fortschreitenden Krankheitsverlauf zu verlangsamen oder zeitweise sogar zu stoppen. Nur dann bleibt die Funktionalität im Alltag oder Sport möglichst lange erhalten. Die Behandlung umfasst physiotherapeutische Massnahmen und die Gabe von knorpel-schützenden Medikamenten. Injektionen mit Hyaluronsäure oder Eigenblut (ACP) können die Schädigung am Knie verbessern und eine Reduktion der Schmerzen herbeiführen. Des Weiteren werden nach Bedarf knieunterstützende Bandagen angepasst.

Wie behandelt man eine Gonarthrose operativ?

Gelenkersatz: Die Knie-Endoprothese

Unsere Kniespezialisten verfügen über jahrelange Erfahrung im Einsetzen von Knie-Endoprothesen. Die orthopädische Klinik des Spitals Limmattal ist zudem eine Ausbildungsklinik für andere spezialisierte Orthopäden, welche diese hochwertige Art der operativen Versorgung umfassend erlernen wollen.

Der Einsatz eines Gelenkersatzes (sogenannte Endprothese bietet sich an, wenn die Beweglichkeit und Funktionalität des Kniegelenks durch die Anwendung einer konservativen Therapie nicht wiederhergestellt werden kann, die Patienten trotz der durchgeführten Massnahmen permanent Schmerzen haben und in ihrer Mobilität stark eingeschränkt sind.

Je nachdem, wie stark das Kniegelenk geschädigt ist, kommen verschiedene Typen von Endoprothesen zum Einsatz. Grundsätzlich wird unterschieden, ob nur ein Teil des Gelenks durch künstliches Material ersetzt werden muss oder das gesamte Gelenk (Total-Prothese, TP).

Im Anschluss an die Operation erfolgt eine intensive Nachbehandlung, damit das neue Gelenk eine optimale Funktionalität aufbauen kann. Die Rehabilitationsphase umfasst spezielle physiotherapeutische Übungen, die nach und nach an die alltäglichen Belastungssituationen angepasst werden.

Wie erwähnt gibt es zwei verschiedene Prothesentypen. Je nach Art der Schädigung wird der eine oder andere Typ ausgewählt. Beide Prothesentypen werden bei uns in der Regel massgeschneidert mittels 3-D-Technik angefertigt und anschliessend in einem präzisen Verfahren navigiert und implantiert.

Die halbseitige (unikondyläre oder Teil-) Prothese ersetzt nur den defekten Teil des Gelenks. Sie wird aufgrund ihrer Form auch Schlittenprothese genannt. Das weitgehend intakte Kniegelenk wird dabei so weit wie nur möglich erhalten.

Halbseitige (unikondyläre oder Teil-) Prothese

Halbseitige (unikondyläre oder Teil-) Prothese


Die zweiseitige (bikondyläre) Prothese, auch Total-Endoprothese oder TP genannt, ersetzt die gesamte Knorpelfläche des Oberschenkelknochens und des Schienbeinkopfs. Aufgrund der Massanfertigung der 3-D-Prothesen kann im Vergleich zu Standardprothesen wesentlich knochensparender implantiert werden.

Halbseitige (unikondyläre oder Teil-) Prothese

zweiseitige (bikondyläre) Prothese


Die Operation mit dem künstlichen (Teil-)Gelenk kann entweder unter Voll- oder schonender Teilnarkose erfolgen und dauert circa 90 Minuten. Wir benutzen keine Drainagen oder Blutsperren Routinemässig wenden wir die minimal-invasive Technik (sogenannte Schlüsselloch-Technik) an.

Wie lange dauert die Rehabilitation nach einer Gonarthrose?

Ein zentraler Bestandteil unserer Behandlungs-Philosophie ist die Mobilisation unserer Patienten bereits unmittelbar nach der Operation. Die Prothesen sind nach dem Eingriff bereits so fest verankert, dass eine sofortige vollständige Belastung möglich ist. Dank unserer speziellen Schmerztherapie haben die Patienten nahezu keine Beschwerden bei Nutzung voller Muskelkraft.

Es gibt grundsätzlich keine Limitationen. Wir empfehlen lediglich den Gebrauch von Unterarm-Gehstützen zur Vorbeugung von Stürzen. Gemeinsam mit unseren Physiotherapeuten erarbeiten Sie ein spezielles Trainingsprogramm, das aus verschiedenen Übungen und Krankengymnastik besteht.

In der ersten Phase liegt der Schwerpunkt darin, die Bewegungen des Kniegelenks schonend einzuüben und eine sichere Alltagsmobilität zu erlangen.

In der zweiten Phase ist das Ziel die Beseitigung von Fehlbelastungen durch die Schonhaltung aus der Zeit vor der Operation. So kann der sogenannte Muskelmantel (des Kniegelenks) schonend aufgebaut werden. Der Aufenthalt in einer Reha-Klinik ist nicht immer notwendig, kann aber aus entsprechenden Gründen von uns organisiert werden. Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel zwischen zwei und vier Tagen. Bei korrekter Beanspruchung ist ein künstliches Kniegelenk 20 Jahre oder länger einsetzbar.

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