Ungewollter Urinverlust (Urininkontinenz) tritt sehr häufig auf. Sowohl ältere Frauen als auch Männer leiden darunter. Gemäss Statistik sind bei über 50-jährigen Frauen etwa die Hälfte von Urininkontinenz betroffen.
Man unterscheidet die Belastungsinkontinenz und die Reizblase. Bei der Belastungsinkontinenz kommt es vor allem bei körperlicher Belastung (Husten, Niesen, Heben von Lasten, etc.) zum Verlust von Urin.
Von einer Reizblase sprechen wir, wenn eine Patientin sehr häufig Wasser lösen muss und Episoden von starkem Harndrang auftreten. Dabei kann es zu ungewolltem Urinverlust kommen. Mischformen sind ebenfalls nicht selten.
Zur Abklärung der Urininkontinenz wird als Basis ein gynäkologischer Untersuch mit Suche nach Infektionen oder anderen Ursachen, welche der Urininkontinenz zugrunde liegen können, durchgeführt.
Falls notwendig wird eine Spezialuntersuchung, nämlich eine urodynamische Untersuchung angeordnet.
Aufgrund aller Befunde wird ein Therapiekonzept erstellt. Dieses kann eine physiotherapeutische Behandlung, eine Hormontherapie in die Scheide, eine medikamentöse oder auch eine operative Therapie (> Beckenbodenchirurgie) vorsehen.